Birgit Denk berichtet über DENKwürdiges

Mittwoch, November 29, 2006

Gänseblümchen

Geh, lasst mich doch kurz mal wieder zur Situation vor meinem Fenster Stellung nehmen.
Gänseblümchen Ende November. Und ich soll meine Winterreifen endlich montieren (lassen). Pfff. Schwierig.

Eigentlich wollte ich euch ja in Rappoltenkirchen täglich einen Bericht über das Geschehen abliefern, wie der Titel meines letzten Blogs "Tag 1" ja vermuten lässt.
Aber die Tage von Donnerstag bis Sonntag waren dann doch anstrengender und intensiver, als ich mir das gedacht habe.
Teile der DENK Arbeitsaufgaben:

Essen, Trinken für unsere Helferlein besorgen, selber irgendwann Nahrung aufnehmen, Sekt/Karten Damen einschulen, Coverfotos machen lassen, Schminken lassen (des dauert), Lichtstimmungen noch mal durch besprechen, bestellte Karten kontrollieren, Anrufe verzweifelter RappoltenkirchensucherInnen beantworten, Lieder noch mal durchgehen, Aufnahmen des Vortages anhören/ansehen, Ketterl suchen, Fragen beantworten, Leut einander vorstellen, spielen, singen, tratschen, aufräumen, Mistkübel suchen, Tschick aufsammeln, Becher entleeren, entsorgen, entspannen, Getränke Backstage stellen, wer öffnet den Vorhang Frage klären,....
Letzter Tag Aufräumen. Ausgeborgte Scheinwerfer verstauen, Plakate abnehmen, Kabelbinder suchen, Bühnenteile wegpacken, Vorhänge einsammeln, Hauslichter wieder aufhängen, wer kriegt noch welche Kohle, wegräumen, wegschmeissen, einsammeln,....
Deshalb kein Blog jeden Tag.

Für mich war es was Besonderes, besser was Einzigartiges. Des passiert halt net alle Tage, das man/frau so was auf die Beine stellen kann und durchzieht. Find sogar, dass a bissl a historischer Odem auf dem ganzen Rappoltenkirchen Ding liegt! ;-)
(jo da wird sie jetzt kitschig die Frau Denk, oder heisst des dann romantisch?)
DENK dankt denen die geholfen haben, dabei waren, und ich bin guter Dinge, dass die Leut die nicht dabei sein konnten, im März nächsten Jahres auf der CD und der DVD miterleben können, dass das zwei musikalisch und menschlich schöne Tage für uns waren.
Gänseblümchen im November halt, des gibt`s net jedes Joa.

Ich freu mich narrisch auf den 16.12.! DENK Laut mit lieben Gästen!
Karten vorbestellen unter www.standupclub.at


DENK weltberühmt in Rappoltenkirchen!

Donnerstag, November 23, 2006

Rappoltenkirchen: Tag 1 "Vorbereitung"

Denk vollzählig angetreten. Wir sind im Petzihaus.
Für alle Lieben die uns morgen Freitag und/oder übermorgen Samstag besuchen kommen werden, leicht zu finden.
Oiso eh scho wissen, Rappoltenkirchen zwischen Pressbaum und Sieghartskirchen. In Rappoltenkirchen beim Wirten (Gasthof Gabi) vis a vis in die Gasse rein und schon könnt ihr das schöne Petzihaus sehen. Auch der Friedhof und der Campingplatz sind in diese Richtung angeschrieben. Gonz afoch!

Bei der Gabi Wirtin waren wir gerade Abendessen und auch ein bissl auf den Titi seinen Geburtstag anstoßen.
Unsere vielen Helferlein arbeiten schon seit Stunden am Bühnenaufbau, Lichtaufhängen, Instrumente anstecken, Kameras platzieren.... Meine Herren is des a Hocken. Verkabeln für den Sound am Abend, den Sound auf der CD und den Sound auf der DVD....
I bin schon ausgstiegen, und versuch mich irgendwie durch Käsesemmel holen, Bier einkühlen, Mist wegräumen, Gute Laune verbreiten, Hotelzimmerschlüssel holen, Blog schreiben,...nützlich zu machen.

Heute wird´s sicher noch später, bis das "Petzistadion Rappoltenkirchen Licht" bis in`s letzte Lamperl funktioniert, der gute Ton sowohl in der Kamera, als auch auf der Festplatte und aus den Raumboxen dringt, und wir uns alle zufrieden in die Arme fallen. ;-))
Danke Danke an die, die gerade hinter mir zu "DENK in Rappoltenkichen Konditionen" arbeiten. Reinald, Hans, Gittl, Fredl, Chris, Georg, Matthias, "Oktos" und Schoko. DANKE Ohne so Leut waraten wir sowas von abgemeldet für die Geschichte..... Bin dankbar, und freu mich auf zwei weitere schöne Tage. "Zamm hoiden".

Werd jetzt, auf ganz wichtig meinen neuen Barhocker auf die Bühne stellen und meine ebenfalls neuen Schuhe anziehen. (die soll man/frau ja ordentlich eingehen)
Nachrichten oder letzte "Bitte Bitte Karten Anfragen" bitte übers Gästebuch.
Weu i bin net daham.
Liebe Grüße bis bald
Birgit
Im Namen der Herren

Donnerstag, November 16, 2006

Sozialisation

Seit Monaten fällt mir auf, dass die typischen Staubsaugervertreter, Zeugen Jehovas, Zeitungsaboandreher, Privatstromanbieter, SpendensammlerInnen, die früher von Tür zu Tür gingen, und bei mir oft für gute Unterhaltung sorgten, mittlerweile sehr selten geworden sind. Meine Erklärung dafür: Leit daham quälen is genau so aus der Mode gekommen, wie Greissler und Bankfrau und Versicherungshansi. Das Internet und der unpersönliche Supermarktgedanke haben sich durchgesetzt.
Des Kommunikative, des Basenatratscherl, de san irgendwie out.

Aber: Heute Vormittag war es wieder soweit. Endlich.
Es läutet an der Tür, ich öffne, da sind sie. Zwei junge Männer in Anzügen, Krawatte, Schal. Gut gekämmt und gut riechend, im Gegensatz zu mir. (Man/frau lässt sich auch viel mehr gehen daham als früher, vielleicht will man diese Türmenschen auch deshalb nimmer so gern wie früher. Die Hausfrauen von vor 20 Jahren waren immer, mit aufgeräumter Wohnung, frischem Kaffe und Kekserl, wenn net sogar 4 gängigen Menü auf alle Eventualitäten vorbereitet.)
Gleich wird die Aufgabenteilung klar. Der eine in der Tür Steher spricht, der andere auf der Stiegestehenbleiber schreibt.
Beide sind türkischer Abstammung, tut aber nur soviel zur Sache, dass der Stiegenschreiber offensichtlich in Wien aufgewachsen ist, der Sprecher aber, betont gleich, dass er aus Berlin ist.

Sprecher erklärt, er kontrolliere seinen gestern im Gebiet vorsprechenden Kollegen. Ob der gestern zwischen 18 und 19:30 eh bei mir war. Meine Auskunft: "Da war ich net daham." Schreiber schreibt was. Sprecher merkt sofort meine Bereitschaft mich von ihm beschwatzen zu lassen, und begeht trotz diesem für ihn positiven Umstandes, gleich unbeabsichtigten Sozialisationsfehler Nummer Eins. "Was ist denn das hier? Ein Dorf? Oder ein Markt oder wie das bei euch heisst." Ich entgegne: "Wos jetzt genau?" Sprecher:" Na dieses Schwachet." Blickt hilfesuchend zum Schreiber. Der leise: "Schwechat."
Tut mir leid aber da war ich schon leicht eingeschnappt, wie jede/r BewohnerIn dieser STADT. Bin fair, und mache Sprecher gleich aufmerksam, dass er bei seinen weiteren Hausbesuchen, wenn er was reissen will, von der "Stadt Schwechat" reden soll. Mia sind jo schließlich fast 20.000 da.
Sprecher drückt mir weiters eine Plastikkarte in die Hand, die ihn als Mitarbeiter einer Internet und Telefonfirma ausweist. OK, oiso alles legal.
Sprecher beginnt mit seinen gut trainierten Fragen an mich. Schreiber schreibt... wos a immer.
Ob ich ein Internet habe, oder auch ein Telefon, seit wann, von wem, was ich dafür bezahle, was ich konsumiere im Netz, wie schnell das geht. Es folgt Fachchinesisch.
Ich habe auf 4/5 seiner Fragen keine Antwort parat, oder betrachte die von ihm eingeforderten Auskünfte als zu privat. Mein oft geäussertes: "Weiß ich nicht", veranlassen ihn zu Sozialisationsfehler Nummer Zwei. - Sprecher wird belehrend.
Was in Wien aufgewachsenem Schreiber, sogar zu einem fragenden Blick in seines Berliner "Vorgesetzten" Richtung verleitet.
Ich müsse mich, so Sprecher, doch mehr befassen was ich wofür zahle, was ich wofür bekomme.
Ich schon nicht mehr so auf Quatschen. Verfluche meine anfängliche Basenanostalgie. Meine dass ich zufrieden bin, so wie`s is, die letzten 5 Jahre, mit mir und dem Internet.
Sprecher antwortet mit Sozialisationsfehler Nummer Drei. Ich solle ihm doch bitte gleich die Rechnung von meinem Anbieter holen.
Ich wirsch: "Auf was hinauf?". Versteht er nicht. Ich "Warum". Es kommt zum unvermeidlichen Sozialisationsfehler Nummer Vier: Damit er mir helfen kann, zu zeigen, dass sein Angebot viel besser ist, und er mich aus meinem Internet/Telefon/Fernseh Notstand erretten kann.
Schreiber blickt mir tief in die Augen und ich kann darin lesen:" Tschuigung er is hoit a bissl a Streber."
Hole meine Rechnung nicht, sondern nur tief Luft.
Mit den Worten: "Danke für ihr Angebot, und einen schönen Tag noch", schliesse ich die Wohnungstür.
Empfinde das als einen Entwicklungsfortschritt. Ist mir damals beim Herren "GIS" um 20 Uhr irgendwas, nicht gelungen. Ich werd besser, keine Frage.

Der Sprecher hat ein schweres Los bei uns in der Siedlung, davon bin ich überzeugt, aber vielleicht lässt er ja bald den Schreiber die Verhandlungen führen. Verkaufstechnisch würd ich ihm das empfehlen.

17:25: Bitte jetzt kein blöder Schmäh! Hab mir gerade von einem arbeitslosen Elektriker auf Umschulung, in bester verkaufstechnisch raffiniertester Art und Weise, und zu dem für ihn besten Zeitpunkt (wo i grad an Blog schreib über den Bledsinn) ein GEO Abo für ein Jahr andrehen lassen!
Der Typ, is sicher in der selben Gegend aufgewachsen, wie ich. Da war ich chancenlos!!